Peking Rundschau 13. Januar 1976

Peking Rundschau 13. Januar 1976

»Die (Um-)Formung der Weltanschauung der jungen Generation«

12 Millionen Mittelschulabsolventen lassen sich auf dem Land nieder Peking Rundschau, 13. Januar 1976, PR 2-1976

Von Redaktion Peking-Rundschau

Seit Beginn der Großen Proletarischen Kulturrevolution im Jahre 1966 sind bis Ende 1975 in China 12 Millionen Mittelschulabsolventen aufs Land gegangen. Das ist eine Errungenschaft der großen Kulturrevolution und ein Sieg der chinesischen Jugendbewegung, erreicht durch das Festhalten an der revolutionären Linie des Vorsitzenden Mao.

Sieg der revolutionären Linie

Die revolutionäre Bewegung, in der Jugendliche mit Schulbildung aufs Land gehen, entwickelte sich im erbitterten Kampf der proletarischen revolutionären Linie des Vorsitzenden Mao gegen die revisionistische Linie von Liu Schao-tschi und Lin Biao.

Schon in der Periode der landwirtschaftlichen Vergenossenschaftlichung in den fünfziger Jahren gab der Vorsitzende Mao die Weisung: »Alle Jugendlichen mit Schulbildung, die auf dem Land arbeiten können, sollen freudig dorthin gehen. Die ländlichen Gebiete sind eine weite Welt, die ihnen genügend Raum bietet, ihre Fähigkeiten voll zu entfalten.« Von da an sind viele Mittelschulabsolventen aufs Land gegangen. Aber Liu Schao-tschi verfolgte eine revisionistische Linie, er verbreitete falsche Ideen wie »Lernen, um Beamter zu werden« und »Man geht aufs Land, um sich einen roten Anstrich zu geben«, ein Versuch, die Bewegung der Verbindung Jugendlicher mit Schulbildung mit den Arbeitern und Bauern zu sabotieren und zu ersticken. Deshalb erreichte die Zahl der Jugendlichen mit Schulbildung, die in den über zehn Jahren vor dem Beginn der Großen Proletarischen Kulturrevolution aufs Land gegangen waren, nur etwa 1,2 Millionen.

In der Großen Proletarischen Kulturrevolution wurde das bürgerliche Hauptquartier mit Liu Schao-tschi als Anführer zerstört und seine konterrevolutionäre revisionistische Linie kritisiert. Besonders wichtig ist die im Dezember 1968 von der »Renmin Ribao« veröffentlichte Weisung des Vorsitzenden Mao: »Es ist sehr notwendig, daß Jugendliche, die eine Schulbildung haben, aufs Land gehen und eine Neuerziehung durch die armen Bauern und unteren Mittelbauern erhalten. Die Kader und die anderen Menschen in den Städten sollten dahingehend überzeugt werden, daß sie ihre Söhne und Töchter, die eine Mittel-, Ober- oder Hochschule absolviert haben, aufs Land schicken. Mobilisieren wir dafür. Die Genossen überall auf dem Lande sollten solche Jugendlichen willkommen heißen.« Die Massen und Kader folgten diesem Aufruf begeistert. So begann in Stadt und Land in ganz China eine ausgedehnte Mobilisierung, die zu einem Aufschwung der Bewegung zur Niederlassung von Jugendlichen mit Schulbildung auf dem Lande führte. Allein im Jahr 1969 gingen 2,7 Millionen Jugendliche aufs Land. Diese revolutionäre Bewegung war eine scharfe Kritik an den seit Jahrtausenden bestehenden Ideen der Ausbeuteklassen, die die körperliche Arbeit verachten und auf die Arbeiter und Bauern herabsehen. Die parteifeindliche Clique um Lin Biao fürchtete diese Bewegung sehr und verleumdete sie als »Zwangsarbeit in versteckter Form«. …

Tiefgehende Revolution

Es ist eine tiefgehende sozialistische Revolution, daß Jugendliche mit Schulbildung aufs Land gehen.

Mit der Entstehung des Privateigentums an den Produktionsmitteln trennten sich die körperliche und die geistige Arbeit voneinander los und gerieten sogar in Gegensatz zueinander. In der alten Gesellschaft propagierten die Ausbeuterklassen immer: »Die mit dem Geist Arbeitenden regieren, die mit ihrer Körperkraft Arbeitenden werden regiert.« Deshalb befanden sich die geistige und die körperliche Arbeit zueinander in einem Gegensatz. Nach der Errichtung des sozialistischen Systems in China sind, parallel mit der Verstaatlichung und Vergenossenschaftlichung der Produktionsmittel, grundsätzliche Veränderungen in den Beziehungen zwischen den Menschen eingetreten. Aber da die sozialistische Gesellschaft aus der kapitalistischen Gesellschaft hervorgeht und deshalb mit den Muttermalen der alten Gesellschaft behaftet ist, existieren in ihr notwendigerweise Klassen, Klassenwidersprüche und Klassenkampf, bürgerliches Recht sowie die drei großen Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen Arbeitern und Bauern und zwischen Kopfarbeit und Handarbeit.

Das Endziel der Kommunisten ist die Aufhebung der Klassen überhaupt und die Verwirklichung des Kommunismus in der ganzen Welt. Lenin sagte: »Es ist klar, daß man zur völligen Aufhebung der Klassen nicht nur die Ausbeuter, die Gutsbesitzer und die Kapitalisten, stürzen, nicht nur ihr Eigentum abschaffen muß, man muß auch sonst jedes Privateigentum an den Produktionsmitteln abschaffen, man muß sowohl den Unterschied zwischen Stadt und Land wie auch den Unterschied zwischen Hand- und Kopfarbeitern aufheben. Das ist ein sehr langwieriges Werk.« (»Die große Initiative«) Wenn die Jugendlichen mit Schulbildung aufs Land gehen und sie auf diese Weise mit den Arbeitern und Bauern verbinden, schränken sie eben mit ihren Taten das bürgerliche Recht ein und verkleinern die drei großen Unterschiede.

Der Vorsitzende Mao hat erklärt, es gebe dafür, ob ein junger Mensch revolutionär ist, nur ein Kriterium: »Will er sich mit den breiten Massen der Arbeiter und Bauern verbinden und tut er das auch tatsächlich oder nicht. Wenn es sich mit den Arbeitern und Bauern verbinden will und das tatsächlich tut, ist er revolutionär; andernfalls ist er nicht revolutionär oder konterrevolutionär.« Die historische Erfahrung zeigt uns, daß die Bourgeoisie, um den Kapitalismus zu restaurieren, mit allen Mitteln mit dem Proletariat um die Jugendlichen ringt. Die Bourgeoisie versucht unter Ausnutzung der in der sozialistischen Gesellschaft unvermeidlich existierenden drei großen Unterschiede und des bürgerlichen Rechtes die Jugend zu korrumpieren und sie auf ihre Seite zu ziehen. Sie will die Jugend auf Abwege führen, damit diese sich von den Arbeitern und Bauern löst und zu ihnen in Gegensatz gerät. Damit versucht sie, die Jugendlichen in ihre Nachfolger zu verwandeln. Da die Jugendlichen mit Schulbildung in der neuen Gesellschaft heranwachsen und selbst das elende Leben in der alten Gesellschaft nicht kennen, müssen sie, um die proletarische revolutionäre Sache fortsetzen zu können, engen Kontakt mit der Gesellschaft haben und mit den Massen der Arbeiter und Bauern eines Sinnes sein. China ist ein sozialistischer Staat, in dem die Arbeiter und Bauern die Hauptkraft sind. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Chinas lebt auf dem Land. Wenn man die Bauern verachtet und nicht gewillt ist, mit ihnen Freud und Leid zu teilen, dann bleibt der Wille, den Volksmassen, also der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung, zu dienen und für die Sache des Kommunismus bis zum letzten Atemzug zu kämpfen, nur ein leeres Wort. …

Die Stählung durch harte Arbeit auf dem Lande hat großen Einfluss auf die Umformung der Weltanschauung der jungen Generation. Wenn manche Leute Bauern, die Mist trugen, sahen, hielten sie sich die Nase zu. Nachdem sie sich auf dem Lande niedergelassen hatten, stellten sie selbst Kompost her und transportierten zusammen mit den Bauern Dünger, und allmählich wandelten sich ihr Denken und Fühlen. Mittelschulabsolventen, die in der Apfelsinenplantage einer Produktionsbrigade in der Nähe der Stadt Dschudschou, Provinz Hunan, arbeiten, gehen nun oft mit Strohsandalen in die Stadt, um Mist zu holen. Sie sagten: »Als Bauern wissen wir, woher Getreide, Baumwolle, Apfelsinen u. a. kommen, und wir sehen, welch großen Beitrag die Bauern für die Gesellschaft leisten. Deshalb haben wir vor den armen Bauern und den unteren Mittelbauern große Achtung.«

Durch diese Haltung leisten die Jugendlichen mit Schulbildung einen Beitrag zum Aufbau neuer, sozialistischer Dörfer. …

Neues erfinden

Das ländliche Gebiet ist eine große Schule für die Jugendlichen mit Schulbildung. Ihrem Lernen und Tatendrang sind dort keine Grenzen gesetzt. Viele haben neue Erfindungen gemacht.

Lu You-dschang, Leiter einer wissenschaftlichen Experimentierstation der Mittelschulabsolventen der Kommune Tjingschan im Kreis Dschenlai, Provinz Kirin, studiert seit Jahren die vier Bände der »Ausgewählten Werke« Mao Tsetungs und Engels‘ »Dialektik der Natur«, ferner las er noch Bücher über Anbau, Bodenkunde, Meteorologie und Genetik und erlernte eine Fremdsprache. Zusammen mit anderen Genossen untersuchte er 150 Gaoliang- und Maissorten, wählte daraus 33 ergiebige, für die örtlichen Gegebenheiten geeignete Sorten aus und verbreitete sie. Sie erforschten ferner die Eigenschaften von über 200 Weizensorten und entwickelten sechs ertragreiche, die geeignet waren, dort auf großen Flächen angebaut zu werden. Lu You-dschang sagte: Das wissenschaftliche Experimentieren fördert die landwirtschaftliche Produktion, diese wiederum bereichert den Inhalt der wissenschaftlichen Forschung und liefert neue Forschungsthemen. Die ländlichen Gebiete sind eine große Schule. …