Stefan Engel

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Berechtigt verlieren immer mehr Menschen das Vertrauen in die herrschende Politik. Doch welche Lehren ziehen die Arbeiter und Arbeiterinnen, die Massen der Welt aus dem umfassenden Krisengeschehen?

Die bürgerliche Ideologie hat ihre Anziehungskraft verloren und steckt tief in der Krise. Ein weltanschaulicher Kampf um Deutung und Schlussfolgerungen ist entbrannt. Der Antikommunismus ist seit der offenen Krise des Reformismus und des modernen Revisionismus zum Haupthindernis in der Bewusstseinsbildung der Massen geworden. Doch er befindet sich selbst in der Krise, was seine permanente Modifikation bewirkt.

Dieses Buch folgt der Überzeugung, dass die Zeit reif ist für eine weltanschauliche Offensive des wissenschaftlichen Sozialismus.

Im Buchhandel erschienen unter:

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Erschienen: 29.04.2021

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Ausgabe Revolutionärer Weg:

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise

Stefan Engel, Autor des Buches

Stefan Engel, Jahrgang 1954, ist gelernter Schlosser und arbeitet heute als freier Publizist. Seit 1968 ist er für den Parteiaufbau der MLPD aktiv. Seit 1975 ist er einer ihrer führenden Vertreter. Seit Ende der 1980er-Jahre bis 2016 war er an verantwortlicher Stelle in der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung tätig. Seit 1991 leitet er die Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG. mehr über Stefan Engel...

Leseprobe

Die Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990er-Jahren hat eine neue historische Umbruchphase vom Kapitalismus zum Sozialismus eingeleitet. 2008 bis 2014 tobte die bis dahin tiefste und umfassendste Weltwirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte des Kapitalismus. Sie stürzte das ganze imperialistische Weltsystem samt internationalisierter Produktion und weltumspannendem Handel in eine tiefe und umfassende Krise. Das löste gewaltige Veränderungen im Überbau des imperialistischen Weltsystems aus, sowohl in der Politik als auch in der Ideologie.

Wirtschaftliche, politische und ökologische Krisen erschüttern bei immer mehr Menschen auf der Welt das Vertrauen in das herrschende Gesellschaftssystem. Sie müssen die Auswirkungen der Krisenhaftigkeit der imperialistischen Länder ausbaden und erleben die erbärmliche Unfähigkeit der Herrschenden, die Probleme zu lösen. Die Zweifel wachsen, dass die Verhältnisse jemals besser werden, wenn sich nicht Entscheidendes ändert. Der Kampf um das Verständnis, welche Ursachen die Verschlechterungen haben und welche alternativen Entwicklungen möglich und anzustreben sind, ist entbrannt. Immer mehr Menschen wünschen sich gesellschaftliche Alternativen, viele sind sich aber über Ziel und Weg noch nicht im Klaren.

Der verschärfte imperialistische Konkurrenzdruck befeuert überall die Tendenz zur offenen Diktatur und zur aggressiven offenen Reaktion des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals nach innen und außen. Eine allgemeine Rechtsent­wicklung der Regierungen, der bürgerlichen Parteien, der Medien, der Kultur sowie unter einem Teil der Massen entstand und entwickelte sich.

In vielen Ländern übernahmen ultrareaktionäre, faschistoide oder neofaschistische, rassistische, nationalistische und chauvinistische Regierungen das Ruder oder änderten ihre Herrschaftsmethode: Trump in den USA, Erdoğan in der Türkei, Putin in Russland, Modi in Indien, Bolsonaro in Brasilien, Orbán in Ungarn, Kaczynski in Polen oder Johnson in Großbritannien.

Als besonderes Merkmal setzen sich diese Regierungen mehr oder weniger über den Konsens internationaler Regeln zwischen den Monopolen und den imperialistischen Staaten hinweg und ignorieren geltende bürgerlich-demokratische Gesetze und Gepflogenheiten. Sie verfolgen eine rigorose Ausrichtung auf die nationalen Interessen und stellen wichtige Säulen der bürgerlichen Demokratie infrage.

Sie bauen demokratische Rechte und Freiheiten ab und beschleunigen die Faschisierung der Staatsapparate und die Militarisierung der Gesellschaft. Dazu fördern sie völkische und faschistische Organisationen und deren Propaganda. Sie heben Schritt für Schritt den noch bestehenden Schutz von Minderheiten auf und bauen das Recht auf Flucht und das Asylrecht ab. Sie schränken die relative Unabhängigkeit der Gerichte ein, verbreiten »Fake News«1 und attackieren die bürgerlich-liberale Presse. Parlamente und Institutionen der bürgerlichen Demokratie werden mehr oder minder übergangen. Sie treiben die militärische Aufrüstung massiv in die Höhe, attackieren erkämpfte Frauenrechte und beschleunigen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Während der Corona-Pandemie bagatellisieren sie das neue ­Virus SARS-CoV-2, unterminieren so in menschenverachtender Weise den notwendigen Gesundheitsschutz. Sie riskieren die Gesundheit der Bevölkerung und haben Zigtausend vermeidbare Corona-Tote zu verantworten. Ihre zentrale Leitlinie ist, sämtliche gravierende Belastungen des wirtschaftlichen Lebens, insbesondere der Maximalprofit schaffenden Industrieproduktion der internationalen Monopole, möglichst zu vermeiden.

Das neuimperialistische China gaukelt der Weltöffentlichkeit immer noch vor, ein sozialistisches Land zu sein. Im Zuge seines atemberaubenden Erobe­rungsfeldzugs auf dem Weltmarkt entdeckte ein wachsender Teil des internationalen Finanzkapitals, dass Chinas stark eingeschränkte bürgerliche Demokratie im Konkurrenzkampf viele Vorteile gegenüber der liberalen bürgerlich-parlamentarischen Demokratie hat. Die Monopole liebäugeln damit, unmittelbarer und schneller auf die gesamten Ressourcen des Staatsapparats, der Produktion und der Massenmedien zugreifen zu können und kaum Rücksicht nehmen zu müssen auf demokratische Regeln, Rechte und Freiheiten der Massen, auf einschränkende Gesetze oder Kritik der Massenmedien.

Die allgemeine Rechtsentwicklung wurde verstärkt durch die internationale Krise der Flüchtlingspolitik der imperialistischen Länder, die sich 2015 rasant verschärfte und die EU in eine offene Krise stürzte.

Länderübergreifende oder globale Organisationen wie die Europäische Union (EU), die Vereinten Nationen (UNO), der militärische Nordatlantikpakt (NATO), der Internationale Währungsfonds (IWF) oder auch die Welthandelsorganisation (WTO) gerieten in offene Krisen. Die Infragestellung oder Auflösung weltweiter Regeln und UNO-Beschlüsse ausgehend von den USA stürzte imperialistische und neuimperialistische Länder in wirtschaftliche und politische Krisen. So der offene Handelskrieg der USA mit China, die Aufkündigung des Atomwaffenabkommens mit dem Iran, der Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Pariser Klimaabkommen oder die Aufhebung der UNO-Beschlüsse zum Schutz der Palästinenser.

Auf der Basis der chronischen Überakkumulation des Kapitals wurde diese Politik Mitte 2018 zum Auslöser einer neuen Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Sie entfaltete sich mit voller Wucht in Wechselwirkung mit der Corona-Pandemie Anfang 2020 und beschleunigte in der gesamten kapitalistischen Welt einen drastischen, in Ausmaß und Breite bis dahin nicht gekannten Krisenabschwung.

Weitere neue Brandherde zwischenimperialistischer Wi­dersprüche entstanden um die Vorherrschaft im Südchinesischen Meer, in der Karibik, im Nahen und Mittleren Osten, in Nord- und Zentralafrika, in ehemaligen Sowjetrepubliken oder im östlichen Mittelmeer. Die imperialistischen Großmächte drohten direkt aneinanderzugeraten, wodurch die allgemeine Gefahr eines Dritten Weltkriegs enorm wuchs.

Die globale Umweltkrise verschärft sich zunehmend. Neue Erkenntnisse und Beobachtungen vor allem über die dramatische Erderwärmung sowie neuartige Zerstörungen in der Biosphäre führten weltweit zu einem allgemeinen Erwachen des Umweltbewusstseins der Massen. Das ist auch eine Reaktion auf die offene Aufkündigung des Umweltschutzes durch den ehemaligen US-Präsidenten Trump. Unter der Jugend entstand eine Millionen zählende länder­übergreifend koordinierte Widerstandsbewegung zur Rettung des Weltklimas. Die herrschenden internationalen Monopole gerieten mehr und mehr in den Fokus des Kampfs zur Rettung der Umwelt vor einer globalen Katastrophe.

Die verstärkte Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems spiegelt sich im Bewusstsein der Massen wider als ver­schärfte Polarisierung zwischen einer reaktionären, chauvinistischen beziehungsweise faschistoiden Tendenz und einem fort­schrittlichen Stimmungsumschwung. Die Massenbasis der meisten herkömmlichen bürgerlichen Par­teien bricht weg. Die Regie­rungsbildung in den einzelnen Ländern wird immer kom­plizierter.

Der fortschrittliche Stimmungsumschwung unter den Mas­sen äußert sich in spontanen Protesten, Demonstrationen, Streiks, Aufständen und aufstandsähnlichen Massenprotesten an wechselnden Brennpunkten auf der Welt. Das spontane Aufbegehren der Massen gegen die Alleinherrschaft des internationalen Finanzkapitals steht immer öfter unter dem Einfluss revolutionärer Kräfte.

Insbesondere die Sozialdemokratie stürzte mit dem Bankrott der Schröder/Fischer-Regierung 2005 in eine tiefe und langanhaltende Krise, die den von ihr ausgehenden Reformismus empfindlich schwächt. Das fördert einerseits vor allem in der Arbeiterbewegung den Weg zur Arbeiteroffensive und einen wachsenden Einfluss des wissenschaftlichen Sozialismus. Andererseits gewinnen nationalisti­sche, ultrareaktionäre, faschistische oder faschistoide Parteien und Bewegungen verstärkt an Boden, unterstützt von offen reaktionären Teilen der bürgerlichen Massenmedien: so die AfD in Deutschland, der Rassemblement National in Frankreich, die AKP in der Türkei, die Freiheitliche Partei Österreichs, die Republikaner unter Trump in den USA oder die Lega in Italien.

Zusätzlich zum modernen Antikommunismus betritt nun verstärkt wieder der offen reaktionäre Antikommunismus die politische Bühne. Der Kampf zwischen dem Anti­kommunismus und dem wissenschaftlichen Sozialismus ver­schärft sich in allen Bereichen der Gesellschaft. Mit dem Anti­kommunismus verschiedenster Couleur fertigzuwerden, ist auf dem Hintergrund der tiefen Krisen des Reformismus und des modernen Revisionismus inzwischen zur Schlüsselfrage in der Bewusstseinsbildung der Mas­sen geworden.

Die verschärfte Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems lässt auch die latente Krise der bürgerlichen Ideologie immer häufiger offen hervortreten. Seit den 1990er-Jahren, also dem Beginn der Neu­organisation der internationalen Produktion, wurde das gesellschaftliche System der kleinbürgerlichen Denk­weise zur vorherrschenden Form der bürgerlichen Ideologie in den kapitalistischen Ländern. Es zielt darauf ab, die wachsende Unzu­friedenheit der Massen in systemkonforme Bahnen zu lenken.

Die kleinbürgerliche Denkweise macht sich solidarische, gesellschaftskritische Anschau­ungen, Forderungen, Tradi­tio­nen, Gefühle und Verhaltenswei­sen der Arbeiterklasse und der breiten Massen scheinbar zu ei­gen.

Das System der kleinbürgerlichen Denkweise bildet in Deutschland noch die Hauptseite der Regierungsmethode, weil die Herrschenden die Verschärfung des Klassenkampfs möglichst vermeiden wollen. Es hat jedoch durch die Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems und den Verarbeitungsprozess unter den Massen erheblich an Wirkung verloren.

Das gilt auch für die herkömmlichen Lebenslügen des staats­monopolistischen Kapitalismus, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den Herrschenden im Kampf gegen das gewachsene sozialistische Lager mühsam konstruiert wurden. Unter den Massen sind die Phrasen von der »sozialen Marktwirtschaft«, vom »Sozialstaat«, von der »friedlichen Außenpolitik«, vom »freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat«, der »Gleichberechtigung von Mann und Frau« oder der »Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie« zunehmend verpönt, weil sie mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit nur wenig oder gar nichts zu tun haben. Das kapitalistische Gesellschaftssystem verliert deutlich an Bindungskraft.

Kern des Systems der kleinbürgerlichen Denkweise ist die kleinbürgerlich-antikommunistische Denkweise als ein Damm gegen den wissenschaftlichen Sozialismus. Sie wird gespeist vom modernen Antikommunismus.

Dieser gibt sich kapitalismuskritisch, zugleich verunglimpft er den Kampf für eine sozialistische Gesellschaft und die Ideale des Kommunismus als »stalinistischen« oder »maoistischen Terror« oder lässt ihn als aussichtslos erscheinen. Dabei macht sich der moderne Antikommunismus demagogisch die negativen Erfahrungen der Massen mit dem Verrat am Sozialismus und dem restaurierten bürokratischen Kapitalismus in ehemals sozialistischen Ländern sowie mit dem gescheiterten revisionistischen Projekt des »Sozialismus des 21. Jahrhunderts« in Lateinamerika zunutze. Zu Hilfe kommen ihm die verschiedenen Schattierungen des Revisionismus.

Die reaktionäre Antwort auf die Krise des Systems der kleinbürgerlichen Denkweise ist die Renaissance reak­tio­närer Varianten der bürgerlichen Ideologie und ihre Modifikation für die heutige Zeit.

Der weltanschauliche Kampf entbrennt heute sowohl zwischen dem allein herrschenden internationalen Monopolkapital und dem internationalen Proletariat als auch innerhalb der Bourgeoisie zwischen den sich liberal-demokratisch gebenden Kräften und dem offen reaktionären Teil des Monopolkapitals. Dieser ideologische Wirrwarr verkompliziert die Situation ungemein und befeuert den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise unter den Massen außerordentlich.

Das Bewusstsein der Arbeiter-, Volks-, Frauen- und Jugendbewegung hält mit den komplizierter werdenden gesellschaftlichen Verhältnissen des Imperialismus im Allgemeinen noch nicht Schritt. Ihnen fehlt noch die selbständige Orientierung und eine wegweisende sozialistische Weltanschauung. Das macht sie anfällig für allerlei opportunistische, reformistische, revisionistische, anarchistische oder auch sozialchauvinistische Einflüsse. Am stärksten wirkt jedoch gegenwärtig der Einfluss der kleinbürgerlich-antikommunistischen Denkweise.

Das Scheitern des Krisenmanagements während der Weltwirtschafts- und Finanzkrise, die mit der Corona-Pandemie in Wechselwirkung steht, hat Mitte des Jahres 2020 eine beschleunigte Tendenz zur Herausbildung einer gesamtgesellschaftlichen Krise des im­perialistischen Weltsystems hervorgebracht. Erstmals seit vielen Jahrzehnten kann auf diesem Bo­den eine revolutionäre Krise im internationalen Maßstab entstehen. Unter allen Umständen wollen die allein herr­schenden internationalen Monopole eine solche Entwicklung verhindern.

In den Krisenprogrammen der imperialistischen Regierungen werden die Krisenlasten drastisch auf die Arbeiterklasse und die breiten Massen abgewälzt. Zugleich werden auch krisendämpfende Zugeständnisse wie Überbrückungsgelder an kleinbürgerliche Existenzen oder Kurzarbeitergeld gewährt.

Letztlich sind die Herrschenden bereit, revolutionäre Bewegungen mit Gewalt niederzuschlagen. Das unterstreichen sie durch ihren international proklamierten und koordinierten Kampf gegen den »Terrorismus«. Die Fa­schisierung ihrer Staatsapparate ist die praktische Vorbereitung auf die Konterrevolution.

Digitalisierung und Internet bedeuten einen historischen Fortschritt in der Entwicklung der Produktivkräfte. Sie treiben die materielle Vorbereitung des Sozialismus voran. Das Internet erleichtert länderübergreifende Kommunikation der Massen, ihren Zugang zu Wissenschaft, Bildung, technischem Knowhow sowie Austausch der Kultur und bietet auch wichtige organisierende Möglichkeiten.

Inzwischen haben sich jedoch die herrschenden Monopole das Internet als neue wirksame Methode der Massen­beeinflussung nahezu vollständig untergeordnet. Sie erreichen über die »sozialen Medien« unmittelbar die Herzen und Hirne der brei­ten Massen, insbesondere der Jugend. Die neuen faschistischen, völkischen und reaktionären Bewegungen und Parteien konnten sich vor allem über das Internet gesellschaftlich etablieren und ihren Einfluss unter einem wachsenden Teil der Massen festigen.

Es gehört zu den modernen Lebenslügen der staatsmono­polistischen Herrschaftsausübung, dass das Internet vor allem die unabhängige demokratische Willensbildung fördern würde. Das Internet vermittelt eine Fülle von Informationen mit einer spontan kaum zu durch­schauenden Mischung von bürgerlichen, kleinbürgerlichen und proletarischen Ansichten und Methoden. Die Funktions­weise der sozialen Medien und die Flut an oberflächlichen und vereinfachenden Informationen entwöhnt von gründlichem Nachdenken sowie Lesen von Büchern und Zeitschriften. So werden geistige Kurzatmigkeit, Oberflächlichkeit und hauptsächlich gefühlsmäßig geprägtes Denken und Handeln gefördert. Die gewachsene Neigung, sich über Internet zu verabreden, zu vernetzen oder sich bei der Organisierung von Aktionen allein vom Internet abhängig zu machen, setzt fahrlässig alle Beteiligten der Beobachtung und dem Zugriff des Staatsapparats und seiner Geheimdienste aus.

Ohne einen festen proletarischen Klassenstandpunkt und dialektisch-materialistisches Herangehen an die komplizierte gesellschaftli­che Wirklichkeit ist eine selbständige Orientierung der Massen nur einge­schränkt möglich.

Bei allem Unheil, das die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Strömungen im Denken, Fühlen und Handeln der Massen anrichten – allmächtig sind sie nicht! So sind sie nicht in der Lage, die Massen nachhaltig an den Kapitalismus zu binden und das Ansehen des Sozialismus auszulöschen. Letztlich wiegen die praktischen Erfahrungen der wachsenden Aus­beutung und Armut, der fortschreitenden Ruinierung kleinbürgerlicher oder kleinbäuerlicher Existenzen, der dramatischen Umweltzerstörung, der zunehmenden Ungerechtigkeit, von Krieg und Kriegsgefahr sowie ihre Verarbeitung in der gesellschaftlichen Polarisierung viel schwerer.

Die Herrschenden können objektive Gesetzmä­ßigkeiten der kapitalistischen Gesellschaft nicht beliebig außer Kraft setzen. Der Klassenkampf der Arbeiter, der aktive Volkswiderstand der Massen und die Rebellion der Jugend stellen sich ihnen immer wieder in den Weg. In der Folge wurden reaktionäre Präsidenten oder Regierungen in Argentinien, Spa­nien, Italien, Österreich, Irland, der Ukraine ebenso wie in den USA wieder abgewählt. Das menschenverachtende Krisenmanagement von Trump in den USA oder Bolsonaro in Brasilien in der Weltwirtschafts- und Fi­nanzkrise sowie der Corona-Pandemie hat die Massenbasis dieser faschistischen Machthaber empfindlich zersetzt und den Kampf der Arbeiter-, Volks- und Jugendbewegung beflügelt. Der fortschrittliche Stimmungsumschwung unter den Massen geht tendenziell in eine antikapitalistische Stimmung über.

Ein erheblicher Teil der breiten Massen sieht die politische Alternative noch in sozial­demokratischen, kleinbürgerlich-ökologistischen, revisionistischen oder linksre­formistischen Parteien und Konzepten. Grundlage dafür ist eine noch stark wir­kende kleinbürgerliche Denkweise.

Innerhalb des fortschrittlichen Stim­mungsumschwungs entfaltet sich so ein lebhafter Kampf zwi­schen verschiedenen Varianten der kleinbürgerlichen Denkweise und der proletarischen Denkweise, zwi­schen dem wissenschaftlichen Sozialismus und der bürgerlichen Ideologie mit ihrem Antikommunismus als Kern.

Die Herrschenden begegnen dem Linkstrend unter den Massen aus der Defensive heraus mit einer neuen Offensive des Antikommunismus und der verstärkten Unterdrückung der revolutionären Theorie und Praxis. Regierung und Geheimdienste in Deutschland konnten jedoch nicht verhin­dern, dass die MLPD in eine neue gesamtgesellschaftliche Rolle hin­einwuchs und ihre von der Bourgeoisie verursachte relative Isolierung nachhaltig überwand. Das offenbart die allgemeine Unfähigkeit der Herrschenden, mit dem wachsenden marxistisch-leninistischen Einfluss auf die Massen fertigzuwerden.

Die Staatsreligion des Antikommunismus steckt selbst in einer Krise. Die böswillige Gleichsetzung von links und rechts, von Faschismus und Kommunismus galt jahrzehntelang als selbstverständlicher Konsens der bürgerlichen Gesellschaft. Dieser gerät zunehmend in die Kritik und wird inzwischen von einem wachsenden Teil der Bevölkerung infrage gestellt.

Die Marxisten-Leninisten müssen die gegenwärtige gesellschaftliche Kulmination mit einer weltanschaulichen Offensive des wis­senschaftlichen Sozialismus beantworten. Sie müssen den Kampf gegen den Antikommunismus unter einer stets wach­senden Masse und gemeinsam mit ihr austragen. Dieser weltanschauliche Kampf ist ein unverzichtbares Vorgefecht der in­ternationalen sozialistischen Revolution.

Die Lehre von der Denkweise ist ein sicherer Navigator durch diesen entfalteten gesellschaftlichen Kampf um die Denkweise. Ihr weltanschaulicher Ausgangspunkt ist Lenins Schrift »Materialismus und Empiriokritizis­mus«. Lenin stellte darin der irreführenden Behauptung damaliger kleinbürgerlicher Theoretiker, Materialismus und Idealismus seien zu vereinigen, die in sich geschlossene marxistisch-leninistische Theorie und dialektisch-materialistische Methode des wissenschaftlichen Sozialismus gegenüber.

Seit Anfang der 1990er-Jahre war es gängige Methode und Praxis der Regierungen und aller bürgerlichen Parteien, ein­schließlich der »Grünen« und der Partei »DIE LINKE«, das von Krisen gebeutelte imperialistische Weltsystem als »alternativlos«, »reformierbar« und »immer noch bestes aller Systeme« zu rechtfertigen. Allerlei Begrifflichkeiten werden erfunden oder modifiziert, die den Klassencharakter und die agierenden Kräfte der Gesellschaft und die allgemeine Krisenhaftigkeit vertuschen sollen. Die heillose weltanschauliche Verwirrung, die die Herrschen­den in der Arbeiterklasse und unter den Massen verbreiten, muss aufgelöst werden. Die Arbeiterklasse kann ihren Weg des Kampfs um Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung in einer sozialistischen Gesellschaft nur dann erfolgreich beschreiten, wenn sie mit den verschiedenen Facetten der kleinbürgerlichen Denkweise und mit allen Varianten des Antikommunismus fertigwird, wenn sie weltanschaulich den Sieg des wissenschaftlichen Sozialismus über die bürgerliche Ideologie erringt.

Das ist vor allem mit der Methode der wissenschaftlichen Polemik in Verbindung mit der systemati­schen Kleinarbeit der Marxisten-Leninisten und persönlichen Kampferfahrungen möglich. Die wissenschaftliche Polemik offenbart den realen Antagonismus von Kapitalismus und Sozia­lismus, von Arbeiterklasse und Monopolkapital, von bürgerli­cher und proletarischer Ideologie, von kleinbürgerlicher und proletarischer Denkweise. Sie nennt Ross und Reiter, legt in aller Tiefe und ungeschminkt die bestehenden Meinungsver­schiedenheiten offen und trägt sie bis zu einer Entscheidung aus. Sie beruht auf einer konkreten Analyse des Kampfs um die Denkweise. Dabei ist sie schöpferisch und zeichnet sich stets durch einen Erkenntnisfortschritt für den wissenschaftlichen Sozialismus aus. Gerade in Zeiten der gesellschaftlichen Kulmination und der revolutionären Gärung wird sie zum Gebot der Stunde.

Die internationale marxistisch-leninistische und Arbeiterbe­wegung hat zweifellos ihren Tiefpunkt nach dem revisionistischen Verrat am Sozialismus durchschritten. Sie be­findet sich in einer Phase des Neuaufbaus, der Stärkung sowie der länderübergreifenden Kooperation, Koordination und Vereinigung ihrer Kräfte.

Bei allen bedeutenden Fortschritten sind die revolutionären Parteien und Organisationen aber noch entschieden zu schwach. Zu groß ist deshalb die Verwirrung, die die Herrschenden bislang unter den Massen anrichten können.

Die gesellschaftliche Bedeutung der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung liegt heute vor allem in ihrem revolutionären Potenzial. Dieses kann und wird sich auf der Basis der allgemeinen Krisenhaftigkeit des Imperialismus und der Bewusstseinsbildung unter der Arbeiterklasse und den breiten Massen hin zu einer revolutionären Krise entfalten.

Mit den Büchern »Götterdämmerung über der ›neuen Weltordnung‹«, »Morgen­röte der internationalen sozialistischen Revolution« und »Kata­strophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?« hat die MLPD wichtige Grundlagen für diese weltanschauliche Offensive gelegt. Sie beinhalten die Analyse der Neuorganisation der internatio­nalen kapitalistischen Produktion als neue Phase des Imperialismus und der materiellen Vorbereitung des Sozialismus sowie Schlussfolgerungen für die Strategie und Taktik der internationalen sozialistischen Revolution.

Diese ideologisch-politische Verarbeitung sowohl der neuen Erschei­nungen und wesentlichen Veränderungen im imperialistischen Weltsystem als auch ihrer revolutionären Überwindung muss nun durch die weltan­schauliche Seite vervollständigt werden. Dem dienen die vier Nummern der Schrift »Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise« der Reihe REVOLUTIONÄRER WEG 36 bis 39.

Die schrittweise Veröffentlichung der ersten Nummer 36 »Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus« und dann möglichst zeitnah der weiteren drei Nummern ist dem Umfang der Analyse geschuldet und folgt der Überlegung einer besseren Verarbeitung und Verbreitung.

Viele Mitarbeiter sind notwendig, um das umfassende Ma­terial in einer überschaubaren Zeit und der notwendigen Quali­tät zu bearbeiten. Die Redaktion bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere bei Monika Gärtner-Engel und Gabi Fechtner, die wesentlichen Anteil an der Fertigstellung des Manuskripts haben.

Die umfangreiche theoretische Analyse des heutigen Klassenkampfs auf weltanschaulichem Gebiet ist eine große Herausforderung an die kollektive Weisheit der MLPD. Sie kann nur in enger Wechselwirkung mit der praktischen Teilnahme am Klassenkampf, der Verarbeitung der Erfahrungen der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung sowie durch die bewusste Anwendung der dialektischen Methode auf der Grundlage der Lehre von der Denkweise und des systemischen Den­kens positiv gemeistert werden.

Stefan Engel, April 2021

Einleitung

I. Teil: Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

1. Bürgerliche und proletarische Ideologie

2. Die Krise der bürgerlichen Ideologie

3. Die Krise des Antikommunismus

3.1. Die tiefe Krise des Antikommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg

3.2. Die Wiederbelebung des offen reaktionären Antikommunismus durch die Adenauer-Regierung

3.3. Die Herausbildung einer »demokratischen Variante« des Antikommunismus

3.4. Der Weg der SPD zur antikommunistischen »Volkspartei«

3.5. Die neue Ostpolitik der SPD und die Gründung der DKP

3.6. Der »kritische Antikommunismus« der »Frankfurter Schule«

3.7. Die kleinbürgerliche »ML-Bewegung« und der Antikommunismus der »Grünen«

3.8. Der »linke« und der moderne Antikommunismus

3.9. Erweiterung des modernen Antikommunismus im Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands

3.10. Das System der kleinbürgerlichen Denkweise als Regierungsmethode

3.11. Die Regierungsmethode der Kanzlerin Merkel

3.12. Der »propagandistische Antikommunismus« und der »rationale Antikommunismus«

3.13. Die Münchener Prozesse gegen die kommunistische Freiheitsideologie

3.14. Die antikommunistische Mär vom »linken Antisemitismus«

3.15. Antikommunistische Ausrichtung der sozialen Bewegungen

3.16. Der reaktionär-faschistische Antikommunismus von Donald Trump

4. Die faschistische Ideologie und die Wandlung des bürgerlichen Antifaschismus

5. Aufstieg und Niedergang des modernen Revisionismus

6. Die proletarische Ideologie im Aufbau des Sozialismus

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Rezensionen

„Neutralität“ und „Ideologiefreiheit“: Egal ob in der Schule, in der Uni, in der Ausbildung oder in Protestbewegung wie Fridays for Future, überall werden sie angepriesen. Das neue Buch von Stefan Engel nimmt das gründlich auseinander! Was soll gut daran sein, sich zu wachsender Armut, imperialistischen Kriegen, einer drohenden Umweltkatastrophe oder immer neuen Fluchtursachen „neutral“ zu verhalten? Wer das predigt, der tut das aus gutem Grund: nämlich damit alles so bleibt, wie es ist und um die Rebellion von Millionen jungen Menschen weltweit in die Sackgasse zu führen. Deshalb ist dieses Buch ein Muss für jeden rebellischen Jugendlichen! Es könnte den Herrschenden so passen, dass wir mal hier, mal dort mitschwimmen oder uns mit oberflächlichen Artikeln im Internet abspeisen lassen – stattdessen ist es höchste Zeit für mehr Klarheit und Perspektive! An Enthusiasmus und Kampfwillen mangelte es bei vielen Jugendlichen nicht. Eine weltweite sozialistische Revolution braucht aber einen fundierten proletarischen Klassenstandpunkt. Wer kennt nicht das Gefühl, in diesem Krisenchaos vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen? Dieses Buch ergreift einen klaren Standpunkt für die Weltanschauung der Arbeiterklasse. Das ist der „Kompass“, mit dem man in jeder noch so komplizierten Frage klar sehen kann. Auch wenn ein solches Buch für viele erst mal ungewohnt ist, kann ich jedem nur ermuntern sich mit dem wissenschaftlichen Sozialismus zu befassen. Das Buch ist anspruchsvoll, aber für die Thematik doch verständlich geschrieben. Deshalb: traut euch! Ergreift Partei für die Zukunft im echten Sozialismus – Gib Antikommunismus keine Chance! Macht mit in den Lesegruppen von MLPD und REBELL!

Anna Vöhringer, Vorsitzende des Jugendverbands REBELL

Liebe RW Redaktion,

heute konnte ich das Studium des RW 36 abschließen und bin wirklich begeistert, was da für ein Buch erstellt wurde. Ich möchte mich bedanken für diese Arbeit. Der rote Faden der Einleitung ist die Einschätzung der aktuellen Lage und ihr schlussfolgert daraus: „Mit dem Antikommunismus verschiedenster Couleur fertigzuwerden, ist auf dem Hintergrund der tiefen Krisen des Reformismus und des modernen Revisionismus inzwischen zur Schlüsselfrage in der Bewusstseinsbildung der Massen geworden.“

Und genau das leistet dieses Buch. Es ist die Anleitung, wie wir und die Massen mit dem Antikommunismus fertig werden, welche Formen es davon gibt, welche geschichtlichen Hintergründe und wie er überwunden werden kann. An vielen Stellen habe ich darüber nachgedacht, warum ich mich nicht schon früher damit auseinandergesetzt habe, wie der Antikommunismus tiefer gehend bei den Kollegen im Betrieb oder bei den Jugendlichen bewirkt, dass sie sich nicht im Rebell oder der MLPD organisieren wollen. Oder wie er bei mir selbst wirkt. Zum Beispiel habe ich bis zum Studium von diesem RW den Revisionismus zwar gekannt, aber nicht als so wirkungsvoll angesehen und muss mich unbedingt weiter damit beschäftigen. Es war also nicht so, dass die Bevölkerung von sich aus die Schuld des Scheitern der DDR dem Sozialismus zu schob, sondern dieser Gedanke bewusst durch den modernen Antikommunismus in die Gesellschaft getragen wurde. Das ist sehr wichtig für die Auseinandersetzung mit den Leuten. Es wurde durch die Antikommunisten bewusst gegen den Sozialismus gearbeitet und den Leuten eingeimpft, dass das System das Problem sei und nicht die Restauration des Kapitalismus. Ich habe aber auch gelernt, dass der Revisionismus krass unter den Arbeitern wirkt und ich nicht immer nur den Reformismus kritisieren darf. Sowohl die bürokratischen Monopolkapitalisten wie auch die westlichen Monopole versuchen, die Arbeiter mit dem »materiellen Anreiz« zu ködern. Sie orientieren auf den individuellen Aufstieg, fördern das Konkurrenzdenken, um von der tatsächlich bezweckten Steigerung des Maximalprofits für die neue oder alte Monopolbourgeoisie abzulenken. Gleichzeitig entwickeln sich für einen Teil der Arbeiterklasse Möglichkeiten einer kleinbürgerlichen Lebensweise. Das stärkte zeitweilig eine kleinbürgerlich-revisionistische Denkweise in der Arbeiterklasse in den bürokratisch-kapitalistischen Ländern, die das sozialistische Bewusstsein zersetzten.“ (RW 36. S.188-198). Das kann ich ja heute nicht einfach außer acht lassen, wenn ich mich mit den Kollegen auseinandersetze.

Am aller besten hat mir das Kapitel zur Großen Proletarischen Kulturrevolution gefallen. Wir können enorm viele Lehren daraus ziehen für die heutige weltanschauliche Auseinandersetzung, die wir führen müssen, um den Kapitalismus zu überwinden. Die Mao-Zedong-Ideen sind wirklich großartig und müssen unbedingt mehr verankert werden. Klar müssen wir uns solange wir in diesem perfiden System leben, diesem auch in gewisser Weise fügen. Aber das Bewusstsein der Massen wird sich beschleunigt entwickeln, wenn die Leitlinien und Losungen der Großen Proletarischen Kulturrevolution verwirklicht werden und der Marxismus-Leninismus, die Mao-Zedong-Ideen und die proletarische Ideologie an Überlegenheit gewinnen. Dazu muss ich unbedingt mehr wissen.

Das Studium hat gezeigt, jeder braucht dieses Buch! Für jeden Menschen gibt es einen Ansatzpunkt zum Verkauf, ob die SPD als „alte Arbeiterpartei bei meiner Großmutter“, ob die Illusion sich im Kapitalismus einzurichten mit „Haus, Hund, Frau und Kind“, wie mein Arbeitskollege oder die „tolle“ Frau Merkel mit ihrer „Willkommenskultur“ bei meinen geflüchteten Freunden.

In diesem Sinne, herzliche Grüße!

Das Buch des Autorenkollektivs um Stefan Engel, ist ausgezeichnet gelungen! In kurzen und knackigen Absätzen greift es in gut verständlicher Sprache (was bei philosophischen Zitaten sicher nicht einfach ist) viel aus Geschichte bis zur Gegenwart auf.

Sind Passagen doch mal länger, dann möchte der interessierte Leser/ die Leserin das Buch sicher nicht aus der Hand legen. Zu spannend werden Hintergründe offen gelegt, Ross und Reiter genannt, Erscheinungsformen und Gesetzmäßigkeiten im Kapitalismus dargelegt. Sehr verschachtelt sind die Gegebenheiten die unser Leben bestimmen. Wir werden überschüttet mit Informationen aus den Medien über die unterschiedlichsten Kanäle. Um aus diesen Wirrwarr endlich mal den Kern zu erblicken, bietet dieses Buch hervorragende Hilfe!

Antikommunismus? Ideologie(freiheit)? Was genau ist das? War der Sozialismus wirklich gleich Terror? Wer terrorisiert hier eigentlich wen? Wer sind denn die wahren Extremisten? Welchen schädlichen Einfluss haben bürgerliche Parteien und sog. Nichtregierungsorganisationen (NGO's) auf das Leben der Werktätigen?

Wem das nicht reicht, der bekommt vom ''Revolutionären Weg'' reichlich Futter. Aber ich bin erst mal gespannt auf Teil 2 und 3 dieser Buchreihe.

Super - weiter so!

Das Buch mit dem Titel "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise" (Teil 1), verfasst von Stefan Engel, ist ein ausgezeichnetes Buch, das diejenigen lesen sollten, die sich für Politik, Ideologie, Gesellschaft und die Entwicklung des Marxismus und Leninismus in Deutschland und anderen Teilen der Welt aus einer historisch- materialistischen Perspektive interessieren. Dieses Buch beleuchtet die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus seit dem Zweiten Weltkrieg, aber der Autor liefert auch eine detaillierte Analyse seit der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008. Um die bürgerliche Ideologie zu fördern, haben die USA, Deutschland und die europäischen Länder eine bedeutende Rolle gespielt. Das Buch beleuchtet auch den tiefen Konflikt zwischen den Imperialisten im Südchinesischen Meer, in der Karibik, im Nahen Osten, in Nord- und Mittelamerika, in den Sowjetrepubliken und im östlichen Mittelmeer. Die Förderung der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus sind auch in China, Russland und in links regierten Ländern in Form des Reformismus und Revisionismus aufgekommen. Die bürgerliche Ideologie greift die Oktoberrevolution, die Novemberrevolution und die große Kulturrevolution in China an. (...)

Das Buch zeigt auch, dass Antikommunisten immer Angst vor Lenin, Stalin und Mao haben und ihre revolutionären Ideen als antihumanistisch vermitteln. Zur Förderung der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus gehören Schulen wie die Frankfurter Schule, Ideen von NGOs (Zivilgesellschaft), die Veröffentlichung von antikommunistischen Büchern,(...)Das Buch hat auch die Aufmerksamkeit auf die bürgerliche Praxis der ultrareaktionären faschistoiden, neofaschistischen, rassistischen, nationalistischen, chauvinistischen Herrschaftsmethoden in der letzten Zeit auf der ganzen Welt gelenkt. Diese Herrschaftsmethoden und die Pandemie von COVID 19 haben sowohl das Volk als auch die Bourgeoisie erschreckt. (...) Dieses Buch konzentriert sich auch darauf, das Bewusstsein unter dem einfachen Volk zu heben, wie es ausgebeutet wurde, wie es sich organisieren und gegen das bürgerliche politische, wirtschaftliche und kulturelle System als Ganzes kämpfen kann. Das Buch hat das Problem in der bürgerlichen Ideologie und im Antikommunismus festgestellt, wenn unabhängige oder spontane Volksbewegungen, Demonstrationen als verschiedene Arten der Widerstandsbewegung wachsen. Gleichzeitig spielen die Entwicklung technologischer Systeme und der modernen Kommunikationssysteme, der begrenzte Zugang des einfachen Volkes zu den Massenmedien, die sozialen Medien auch eine größere Rolle für die Solidarität unter den Menschen. Die Bourgeoisie nutzt diese jedoch immer zu ihren Gunsten aus.

Das alles steht im Zusammenhang mit dem Verhalten der Bourgeoisie gegenüber Kommunisten, die sie der "Förderung des Terrorismus" beschuldigt und Einzelpersonen kriminalisiert und darin eine „Bedrohung der öffentlichen Sicherheit" sieht. (...) Einige Kleinbürger verwenden die Forderung "keine Parteien" bei Demonstrationen, um die Teilnahme von Kommunisten zu verhindern. Das Buch hat darauf hingewiesen, dass die Herrschaft des ehemaligen Präsidenten der USA, Donald Trump, "eine Offensive des offen reaktionären und aggressiven Antikommunismus" war. (...)Nikita Chruschtschow, Michail Gorbatschow und Deng Xiaoping werden als die Führer des Revisionismus identifiziert. Sie übernahmen die Politik des bürokratischen Kapitalismus, die kleinbürgerliche Denkweise mit Egoismus, Karrierismus oder Individualismus. Ebenso hat dieses Buch die Rolle und den Beitrag von Willi Dickhut für seine richtige Analyse der Entwicklung der kommunistischen Bewegung hervorgehoben. Ich halte dieses Buch für sehr gelungen und würde mich freuen, wenn es auch die kommunistische Bewegung in der Region Südasien analysieren würde.

Das Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus" habe ich mit Begeisterung gelesen. Es schafft für mich Klarheit über Vieles was ich erlebt, erlitten, beobachtet und gedacht habe und gehört in die Hand eines jeden, der über eine linke Alternative zu unserem Gesellschaftssystem nachdenkt.

Eine alte Freundin hatte 2017 das Buch von Stefan Engel „Katastrophenalarm – Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur“ mit Interesse gelesen, aber auch einen antikommunistischen Roman gegen die Kulturrevolution. Wer hatte nun Recht? Und wie konnte sie uns unterstützen? Ich sagte, dass sie herausfinden muss, ob sie den Sozialismus als Ziel überhaupt gut findet.

Die Tatsachenberichte „Die Revolution geht weiter“ von Jan Myrdal und „Arzt in China“ von J. S. Horn erwiesen sich als wichtig. Nach einer gemeinsamen Wanderung 2020 schrieb sie: „Was mir diesmal wichtiger ist, die Gedankenwelt die wir geteilt haben. Dazu habe ich viel gelernt und neue Denkanstöße bekommen, z.B. durch die mitgegebenen Bücher mich mit dem Sozialismus zu beschäftigen.“ „Ich habe mit deinem zweiten Buch – Arzt in China – angefangen und bin sehr angetan von der Denkungsweise. Leider geht es ja dort jetzt ganz anders zu.“

Und schließlich: „Mich beschäftigt die Frage, wie sich das chinesische Volk in den letzten Jahren nach der Kulturrevolution so von Maos Gedanken abwenden konnte. Oder anders herum gefragt, wie ist es möglich, dass ein so riesiges und unterschiedliches Volk hinter einem Mann – früher Mao jetzt Xi, steht?“ In meiner Antwort ging es um die Überzeugungsarbeit von Mao Zedong im Langen Marsch, das ungelöste Problem seiner Nachfolge, die Einführung des kapitalistischen Denkens in China durch Deng Xiao-Ping, die grundsätzliche Rolle des Revisionismus als antikommunistischer Damm gegen den Sozialismus, seine Quellen und seine Krise. Der ausgezeichnete Abschnitt I.5 „Aufstieg und Niedergang des modernen Revisionismus“ im Revolutionären Weg 36 half mir, einigermaßen kurz zu antworten. Diese Antwort begeistere meine Freundin sehr.

Über das neue Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ schreibt sie nun selbst: „Gerade habe ich die Einleitung des Buches, das gestern ankam, angefangen und bin recht angetan: die Ausdrucksfähigkeit des Autors erstaunt mich aufs Neue – die Anfeuerung zum Aufstand gegen den Kapitalismus … treffen bei mir gerade auf ein Umdenken meiner Haltung, nicht nur im Kleinen umweltbewusst zu leben. Darüber mehr, spätestens wenn ich mich noch tiefer eingelesen habe.“



Ich wollte eigentlich den RW direkt studieren, aber ich hatte keine Ruhe dafür. Ich musste weiterlesen. Mich hat das sehr interessiert und der RW ist so spannenden, weil er die nähere Vergangenheit so gut analysiert. Der genaue Zusammenhang von Campact und wie es funktioniert, ein gesamtgesellschaftliches Liquidatorentum zu installieren... Das sagt sich immer so, aber das so zu verstehen, ist super.

Ich bin auch froh, dass die Sprache der RW heute sehr gut zu verstehen ist. Bei älteren RW kam es mir manchmal etwas starr vor. Die gute Verständlichkeit war auch bei den letzten RW schon so."

M/Köln

Soeben erschienen:

Stefan Engel,

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise
I. Teil: Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Ein neues wichtiges Werk für jeden kämpferischen und klassenbewussten Arbeiter in der internationalen kommunistischen Bewegung

Das Buch befasst sich ‒ auf der Grundlage der proletarischen Weltanschauung und einer mit der bür­ger­lichen Ideologie unvereinbaren Dialektik ‒ mit dem Bankrott der bürgerlichen Ideologie, die sich mit ihren antikommunistischen Attacken gegen die Welt­an­schau­ung der Arbeiterklasse richtet, den Marxismus-Leninismus.

Ohne Sieg über die bürgerliche und kleinbürgerliche Ideologie können die Marxisten-Leninisten keine sozialistische Revolution durchführen. Mit dem weltanschaulichen Sieg des Marxismus-Leninismus über bürgerliche Ideologie wird es aber möglich, die Avantgarde der Arbeiterklasse ideologisch zu gewinnen.

Stefan Engel legt in seiner neuen Schrift dar, wie die Avantgarde der Arbeiterklasse mit der Waffe des Marxismus-Leninismus gewappnet werden muss, und leistet damit einen weiteren Beitrag zur internationalen kommunistischen Bewegung auf theoretischem Gebiet.

In dem Werk ist außerdem dargelegt, wie die Lehre von der Denkweise die Arbeiterklasse gegen die bürgerliche und kleinbürgerliche antikommunistische Denkweise in Stellung bringt.

Die Lektüre des Buches ist ein absolutes Muss für jeden Kommunisten und jeden Arbeiter!

Yusuf KÖSE

Stefan Engel’den

Uluslararsı Komünist Hareket'in Sınıf Bilinçli Militan İşçileri İçin Yeni Bir ESER:

Burjuva İdeolojisinin Krizi ve Düşünme Tarzı Öğretisi’nin 1. Bölümü; “Burjuva İdeolojisinin Krizi ve Anti-komünizm” yayınlandı.

Anti-Komünist saldırılarla işçi sınıfının dünya görüşü olan ML’i hedef alan burjuva ideolojisinin iflası; işçi sınıfı ideolojisi ile burjuva ideolojisinin uzalaşmaz diyalektiği içinde ele alınmaktadır.

Marksist-Leninistler, burjuva ve küçük burjuva ideolojisine karşı ideolojik zafer kazanmadan sosyalist devrimi gerçekleştiremezler. İşçi sınıfı öncüsünün ideolojik olarak kazanılması, burjuva ideolojisine karşı ML ideolojik mücadelenin zaferiyle gerçekleşebilir.

Uluslararası Komünist Harekete, bu eseriyle, teorik katkılarını sürdüren Stefan Engel, işçi sınıfının öncüsünün ideolojik olarak ML’in silahıyla nasıl donanması gerektiğini anlatmaktadır.

Bu eser de, burjuva ve küçük burjuva anti-komünist düşünce tarzına karşı, işçi sınıfının ideolojik olarak güçlenmesinin düşünme tarzı öğretisi vardır.

Her komünistin ve her işçinin mutlaka okuması gereken bir eser!

Yusuf KÖSE

Großartig, spannend und für jeden wichtig: Das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“

Seit ich als Jugendliche mit 23 Jahren eine Partei fand, die für den Sozialismus steht, war ich ständig mit antikommunistischen Anfeindungen konfrontiert:

In meiner Familie war ich das schwarze Schaf. Auf meiner Arbeit wurde ich bei einer Betriebsversammlung wegen meinem Plädoyer für die 35 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich ausgelacht. Ein Freund wollte kürzlich von mir wissen, ob Stalin 30 oder 60 Millionen Menschen umgebracht hat. Es gibt ein rieseiges Aufklärungsbedürfnis, das man mit keinem bürgerlichen Geschichtsbuch geschweige denn durch die gängigen Medien befriedigen kann.

In dem Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ wird der Antikommunismus nach Strich und Faden auseinander genommen. Keine wichtige antikommunistische Strömung, die nicht wissenschaftlich bewertet und beurteilt wird. Dabei werden die historischen Zusammenhänge, die Bedeutung und die Folgen mit einer überzeugenden Akribie ausgeleuchtet. Und was so interessant ist: Wie die Herrschenden auf jeden Erfolge der Kämpfe vor allem der Arbeiter, auf die Erfolge des sozialistischen Aufbaus aber auch die Wiedervereinigung mit neuen Varianten des Antikommunismus reagieren mussten. Was dieses Buch auch so spannend macht ist, dass hier wie in keinem bisher anderen Buch der Reihe revolutionärer Weg die Polemik in Höchstform entwickelt wird. Fundierte Munition für spannende Auseinandersetzungen.

Herzlichen Glückwunsch an die Redaktion und den Autor Stefan Engel!

G.

Und schließlich saß ich in der Straßenbahn nach Hause und freute mich einmal mehr über das Visitenkärtchen zu dem neuen Buch. ("Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus", Anm. RW-Homepage-Team)
Bereits der erste Satz in der Einleitung „Die Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990er Jahren hat eine neue historische Umbruchphase vom Kapitalismus zum Sozialismus eingeleitet“ beinhaltet eine sehr tiefgehende Aussage und fordert, denke ich, jede Leserin/jeden Leser heraus, sich dazu zu positionieren. Und dann wird das ja bereits in der Einleitung ausführlich und leicht verständlich vertieft, was in dem einen Satz bereits drin steht.
Inzwischen arbeite ich mich (Stand 2. Mai) durch das erste Kapitel. Es liest sich erfrischend, wie mit dem – ich sags mit meinen Worten – Märchen aufgeräumt wird, dass es keine Ideologien mehr gäbe. Ich erkenn mich darin wieder, nämlich in der Art, dass ich in den letzten zig Jahren gefühlte hundert Gespräche eben dazu hatte, mit Leuten aus den verschiedensten weltanschaulichen Lagern, die das immer wieder sagten, dass es keine Ideologien mehr gäbe. Mit anderen Worten, meine Erfahrungen decken sich weitgehend mit den Ausführungen im Buch.

Den Autoren, den Herausgebern, dem Buch selber wünsche ich viele Leserinnen und Leser, mir selbst wünsche ich damit noch viele erkenntnisreiche Momente und – vielleicht – die Gelegenheit, darüber irgendwann in öffentlichen Veranstaltungen diskutieren zu können. Vielleicht wäre es ja auch eine Möglichkeit, ein Diskussionsforum im Internet dazu zu eröffnen.

Zuschrift aus Dresden

Nach dem diesjährigen 1. Mai 2021, als ich endlich wieder aktiv auf der Straße und der Kundgebung war, besorgte ich mir das neu erschienene Taschenbuch von Stefan Engel.

Als parteiloser aktiver Gewerkschafter ging ich im Schnellgang durch das gut zu lesende Buch, direkt auf die Seite 89 - 92. Dort ging es um das Thema: Unvereinbarkeitsbeschluss in der IGM , gegen die Marxisten - Leninisten. Immer wieder wird gegen Marxisten - Leninisten, Kommunisten gedroht , eingeschüchtert und gemobbt. Selbst wenn man in der Nähe ist.

Von den Konzernchefs ist nichts anderes zu erwarten, aber aus den eigenen Reihen, aus der IG Metall, ist für mich falsch und sehr gefährlich.

Am 2.Mai 1933 stürmten die Nazis alle Gewerkschaftshäuser in Deutschland, beschlagnahmten das Eigentum des ADGB ( Allgemeiner Deutscher Gewerkschafts Bund ) und verhafteten viele Funktionäre. Ob Sozialdemokraten oder Kommunisten. Die Nazis folterten, misshandelten und ermordeten Kolleginnen und Kollegen. Die Gewerkschaften wurden zerschlagen.

Die Gründung der IG Metall als Einheitsgewerkschaft, war eine historische Errungenschaft die ich verteidigen möchte, weil sie richtig ist. Ab 1951 wurden aber dann KPD Funktionäre regelrecht bekämpft. Angegebener Grund war die These 37 , eines Parteitagsbeschlusses der KPD.

Ich gehe darauf noch ein, weil in dem Buch von 2020 " Geschichte der IG Metall " daraus der " Unvereinbarkeitsbeschluss " gegen Marxisten - Leninisten , Kommunisten abgeleitet wird.

Auf dem letzten IG Metall Gewerkschaftstag in Nürnberg wie bei den Gewerkschaftstagen zuvor, gibt es immer wieder Anträge, diesen unsäglichen " Unvereinbarkeitsbeschluss" abzuschaffen. Aus meiner Sicht ist dieser Beschluss ein Spaltpilz in einer Gewerkschaft, aktuell heute und er negiert die bitteren Erfahrungen des Hitler - Faschismus.

Seit einiger Zeit lese ich das Buch: Geschichte der IG Metall - Zur Entwicklung von Autonomie und Gestaltungskraft - , herausgegeben von Jörg Hofmann und Christiane Benner , erschienen 2020.

Und dort befasste ich mich , mit den Ausführungen von Michael Kittner ( ehemaliger Chefjurist der IGM ) zu dem Thema: Handlungs - und Konfliktfähigkeit von DMV und IGM , Seite 158 - 160, zu dem gleichen Thema: Unvereinbarkeitsbeschluss. Dort wird in der Fußnote 67 ausgeführt:

" Nicht die geringste Bedrohung der Einheitsgewerkschaft.....hatte das Auftreten linksextremer Splittergruppen in den 70 er-Jahren zur Folge. Am 16.4.1973 beschloss der Beirat der IG Metall ....zu gegnerischen Organisationen zu erklären. Das Ergebnis zeigte ungeachtet der medialen Aufmerksamkeit deren maginale Bedeutung. " Zitat Ende.

Nun stellen sich mir einige Fragen:

  • Wenn die Einheitsgewerkschaft eine historisch richtige Errungenschaft ist, und parteilose, sozialdemokratischen und kommunistische Gewerkschafter/innen der 30 er Jahre, uns heute lehren für die Einheitsgewerkschaft einzutreten, warum der " Unvereinbarkeitsbeschluss "
  • Mir ist nicht bekannt oder gar belegt, dass die MLPD eine RGO - Politik ( Rote Gewerkschafts Opposition der KPD) macht.
  • Wieso bewertet Michael Kittner IG Metall den " Unvereinbarkeitsbeschluss " der " maginalen Bedeutung " zu ? Geschichte der IG Metall Seite 139 Fußnote 67
  • Wie Widersprüchlich ist das Verhalten des 1. Vorsitzenden der IG Metall Kollegen Jörg Hofmann, der Positiv die Kampagne " 50 Jahre Berufsverbote / Radikalenerlass " unterstützt, aber in der IG Metall einen zutiefst antidemokratischen und antikommunistischen Beschluss verteidigt.

Deswegen lese ich das Buch mit großem Interesse.

KJ/Stuttgart

An Stefan Engel/Leiter RW-Redaktion

Lieber Stefan,

ich habe jetzt den RW 36 einmal gelesen und mit der Vorlage, die wir zur Antragsstellung erhalten hatten, verglichen. Ich muss sagen, da wurde durch die Antragstellung und die schöpferische Arbeit der Antragskomission, die wirklich schon sehr gute Vorlage noch einmal qualitativ deutlich höherentwickelt, präzisiert, die Polemik vertieft, z.T. neue und noch überzeugendere Zitate verwendet. Die kollektive Weisheit der Partei (und ihrer Verbündeten) ist – unter einer zielklaren Führung – einfach unübertroffen. Ein sehr guter, sehr überzeugender RW. Ich gratuliere dir noch einmal von Herzen für den nun sehr erfolgreich ausgetragenen ideologischen Kampf um diese RW-Ausgabe!

Die Einleitung hat an Präzision, Tiefgang und damit Überzeugungskraft gewonnen. Sie ist für alle Teile des RW 36-39 gültig. Darum wird sie dem Band RW 36 vorangestellt. Das ist richtig und betont den Gesamtzusammenhang. Sie beginnt jetzt mit der Einleitung der neuen historischen Umbruchphrase vom Kapitalismus zum Sozialismus mit der Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990 er Jahren. Damit stellt sie sofort den Zusammenhang zu den RW 29-35 her. Einige konkrete Seiten wurden zugunsten der grundsätzlichen Ausrichtung gestrichen. Der rote Faden besteht im weltanschaulichen Kampf, der zur Auflösung des ideologisch-politischen Wirrwarrs in den Köpfen der Massen notwendig ist, und in dessen Zentrum der Kampf gegen den Antikommunismus in seinen verschiedenen Varianten und seine Wirkung in der kleinbürgerlich-antikommunistischen Denkweise steht.

Es ist richtig und ich freue mich, dass Willi Dickhuts kurze philosophische Schrift „Hegels `Logik` als Höhepunkt und Ende der klassischen Philosophie“ und damit seine Kritik an einer verbreitet einseitig negativen Beurteilung Hegels in der damaligen KPD/SED aufgenommen wurde. (Seite 31)

(...)

Sehr gelungen ist auch an verschiedenen Stellen eine Vertiefung der wissenschaftlichen Polemik – so zu Adorno wenn gegen seine Aussage: „Das Ganze ist das Unwahre.“ jetzt polemisiert wird: „Damit erklärt er die Welt als nicht existent. Entsprechend könne es auch keine Theorie über das ganze Weltgeschehen geben, man könne höchstens Teilwahrheiten herausfinden.“

Oder wenn die Kriminalisierung der kommunistischen Freiheitsideologie nicht mehr als „die höchste Form des ideologischen Kampfs“, sondern treffend als „armseligste Form des ideologischen Kampfs der Bourgeoisie.“ qualifiziert ist.

Diese Angriffslust ist begeisternd und fordert heraus, selbst in diesen Angriffsmodus überzugehen.

Ich mache mich jetzt an das gründliche Studium des RW, aber es war mir wichtig, dir doch schon mal vorab zu sagen, dass das ein wirklich gelungenes Werk geworden ist.

(...)

Herzliche Grüße

E.

Ich habe das neue Buch von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und es hat mir sehr gut gefallen!

Sehr spannend für mich, weil ich damals als Kind und Jugendliche in den 1950er-Jahren miterlebt habe, was auf die ganze Bevölkerung einwirken sollte: Vor allem die aggressive antikommunistische Hetze der bürgerlichen Parteien, besonders vom damaligen CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Meine Familie hatte keine Verwandten in der DDR und auch keinen Bezug zur DDR. In der Schule und in den Medien sollten wir erfahren, dass der Sozialismus in den Anfangsjahren der DDR und in der Sowjetunion ganz schrecklich sei und menschenverachtend. So sollten wir unsere Solidarität mit den „armen Menschen in der DDR“ abends mit grünen Kerzen auf dem Fensterbrett zeigen und ihnen unsere „Freiheit“ vermitteln. Im Briefverkehr musste das „Notopfer Berlin“ für zwei Pfennig zusätzlich zum Porto aufgeklebt werden!

Dieses Buch enthüllt (nicht nur), wie der neudeutsche Imperialismus über die ganzen Jahrzehnte nach der Befreiung vom Hitler-Faschismus aufsteigen konnte.

Ein hilfreiches und wissenschaftliches Buch über die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus. Vielen Dank!

Zum Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus": "Hungry man, reach for the book: it is a weapon." Bertolt Brecht

(Karl-Heinz Lux)

»Ich habe einen Kollegen getroffen, der sich sehr für die Philosophie interessiert und dem habe ich das Buch angeboten und das Inhaltsverzeichnis gezeigt. Da hat er gesagt: „Hervorragend“ und hat es gekauft. Ich habe von dem Buch erst das Inhaltsverzeichnis und die ersten Seiten gelesen und konnte aber trotzdem auf die Fragen des Kollegen eingehen. Er sagte, er sei auch von den Philosophen Marx und Engels begeistert und bedankte sich für das Buch.« ( Frau aus Gelsenkirchen)

»Ich habe mir das Buch gekauft und bin begeistert, wie hier herausgearbeitet wird, wie dieser Antikommunismus wirklich zu einem Haupthemmnis geworden ist, dass die Arbeiter diesen Kapitalismus angreifen. Das ist sehr fundiert und wird nachgewiesen. Als Gewerkschafter wwerde ich da ständig mit konfrontiert in der Frage, wenn die SPD-Reformisten oder von der Gewerkschaftsführung vermittelt wird, ‚mehr geht halt nicht‘ und ja nicht das System angreifen. Und immer wenn man das kritisiert, kriegt man zu hören, das sei Ideologie. Das Buch hilft mir, darauf offensiver zu reagieren: Ja, es ist Ideologie, und zwar die proletarische Ideologie. Und der Betriebsratsvorsitzende vertritt ja die bürgerliche Ideologie, wenn er sagt, die Leute müssen verzichten. Im Betrieb interessiert viele das Thema.« (Stahlarbeiter aus Duisburg)

»Ich habe den größten Teil des Buches schon gelesen. Ich finde es sehr anschaulich geschrieben, wie die verschiedensten Varianten dieser bürgerlichen Ideologie, dieser Antikommunismus zum Ausdruck kommen und man bekommt gleichzeitig Werkzeuge in die Hand, wie man jetzt besser dagegen argumentieren kann. Man bekommt mehr Klarheit für einen selber und für die weltanschauliche Auseinandersetzung.« (Kollege aus Witten)

»Die Theorien z.B. der Frankfurter Schule haben nicht viel mit dem Leben zu tun. Aber sie sind der Hintergrund dessen, dass die Unterdrückung des Marxismus-Leninismus praktiziert wird und wirkt.« (Kollegin aus Witten)

»Das Buch schreibt über eine Zeit, die wir alle kennen und die man auch nachvollziehen kann. Wenn in dem Buch etwas behauptet wird, dann weist es auf den nächsten Seiten auch Schritt für Schritt nach.« (Rebellin aus Gelsenkirchen)

»Ich hab das Buch einmal gründlich gelesen und habe jetzt begonnen, das zu studieren. Mich beeindruckt das Buch vor allem, weil es sehr genau den weltanschaulichen Kampf seit dem II. Weltkrieg analysiert, aber immer eng an der politischen Entwicklung, am Klassenkampf, an dem, was in den Köpfen der Menschen passiert, dran bleibt. Man versteht, welche Auseinandersetzungen stattfinden und wie man den Kampf um die Denkweise heute auch führen muss. Und mich hat auch besonders begeistert, wie die Auseinandersetzung mit der Rechtsentwicklung geführt wird und dass das Buch auch eine Schlussfolgerung zieht, wie der Faschismus verhindert werden kann. Auch die Frage des Revisionismus wird noch mehr vertieft über das hinaus, was wir dazu in unserer Linie schon gesagt haben. Das ist doch sehr beeindruckend.« (Junge Frau)

»Die Rede war sehr beeindruckend. Ich habe das Buch schon gelesen, aber durch die Rede wurde das nochmal lebendiger. Es war gut, wie Stefan nochmal ausgeführt hat, wie der Antikommunismus in die Arbeiterklasse eingedrungen ist und dass man sich das richtig bewusst machen muss. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass ich an dem Punkt knabbern muss, weil uns das ja im Betrieb zu schaffen macht und wir uns damit auseinandersetzen müssen. Es ist deutlich geworden, dass das eine höhere Anforderung ist, man aber auch damit fertig werden kann.« (Junge Frau)

»Ich bin sehr beeindruckt von dem Buch, ich habe jetzt Dreiviertel davon gelesen. Hier wird in überzeugender Weise die Überlegenheit der proletarischen Weltanschauung richtig offenbart und auch bewiesen.« (Frau aus Bochum)

»Was ich interessant fand ist, wie komplex das alles ist. Ich wusste dar nicht, dass es auch einen demokratischen Antikommunismus gibt. Oder wie krass man eigentlich manipuliert wird. Ich dachte bisher immer, dass Sozialismus und Faschismus was total Getrenntes und Unterscheidbares ist. Aber das geht durcheinander. Du kannst linke Ansichten haben und bist trotzdem ein Rechter und umgekehrt. Ich will das Buch auf jeden Fall lesen.« (Schüler aus Hagen)

»Ich finde das Buch sehr wichtig und es hilft mir, gegen den Antikommunismus in die Offensive zu gehen. Der Kapitalismus definiert sich nur noch über den Antikommunismus, der auch das Wesen dieser bürgerlichen Ideologie ausmacht.« (Frau aus Stuttgart)

»Ich finde das Buch und die Veranstaltung super. Das Buch ist knapp und kurz geschrieben und bringt die Sachen auf den Punkt. Ich hab zuerst den Teil zum Faschismus gelesen,weil ich es sehr wichtig finde, sich weltanschaulich mit dem Faschismus auseinanderzusetzen und – wie Stefan gesagt hat – nicht nur „Nazis raus“ zu rufen.« (junger Kollege)

»Das ist ein Superbuch, auch für Leute, die schon mal mit der Thematik in Berührung gekommen sind, aber nicht genau wissen, was es mit dem Antikommunismus auf sich hat. Und dass es eine richtige Agenda gibt, um Antikommunismus zu fördern. Das Buch zeigt auch, wie angreifbar diese bürgerliche Ideologie und der Kapitalismus ist. Die Sache mit der Organisierung: Das ist schon ein Problem mit dem Individualismus, wo halt gesagt wird, dass jeder selbst wissen muss, was gut für ihn ist. Und dass man sich losgelöst sieht vom Kollektiv, was niemals klappen kann. Denn sein eigenes Wohlbefinden ist immer auch abhängig von dem sozialen Umfeld, in dem man sich befindet. Dass man sich heute nur oberflächlich in Foren oder Whatsapp-Gruppen verabredet oder trifft, aber nicht mehr wirklich von Angesicht zu Angesicht etwas unternimmt, das ist so gewollt. Das war für mich bisher auch ein Problem. Durch das Buch ist mir bewusst geworden, dass ich mich organisieren muss. Und dadurch, dass ich schon Erfahrungen mit der MLPD hatte, war es für mich nicht die erste Konsequenz, mich in der MLPD zu organisieren. Andererseits ist mir bewusst, dass es nichts bringt, immer neue kommunistische Gruppen zu gründen, die sich drei Jahre später wieder auflösen. Das zeigt erstens, dass es der Jugend schwer fällt, sich zu organisieren und zweitens, dass man auch dahin gehen muss, wo ideologische Arbeit geleistet wird, wo historische Sachverhalte immer wieder aufgearbeitet werden, um den Weg in die Zukunft weiterhin gehen zu können.« (Junger Mann)

»Die Jugend kämpft um ihre Zukunft und braucht eine Ideologie der Zukunft, den wissenschaftlichen Sozialismus. Es ist ein anspruchsvolles Buch, was ich gerade deshalb jedem Jugendlichen empfehlen würde, zu lesen.«

»Kapitalismuskritik ist weit verbreitet unter meinen Kollegen. Der Antikommunismus ist das Problem! Er verbaut die Perspektive. Das Buch zu lesen, hilft zu verstehen, woher er kommt und gibt eine Hilfe, wie wir damit fertig werden!«

»Wer nicht verzweifeln will über die Zustände im kapitalistischen Gesundheitssystem, sondern eine Perspektive sucht, dem empfehle ich das Buch.«

»Bürgerliche Ideologie und Antikommunismus sind das heißeste Thema in der Gesellschaft – obwohl das auf den ersten Blick nicht so aussieht. Das Buch wird eine Leitlinie für die Diskussion darüber. Es passt wirklich wunderbar in die Zeit.« (iranischer Genosse aus Bochum)

»Ich habe gar nicht gewusst und war überrascht, dass das Buch so facettenreich ist.« (MLPD-Mitglied aus dem östlichen Ruhrgebiet)

»Ich sehe jeden Tag, dass der Kapitalismus die Probleme der Menschen nicht lösen kann. Sozialismus wäre gut, aber immer wieder hört man, dass das nicht geht. Ich bin gespannt, was das neue Buch dazu sagt.« (Lehrerin aus dem Ruhrgebiet)

»Das Buch ist so spannend, ich musste mich zusammenreißen es nicht einfach so runter zu lesen, weil ich es ja gründlich studieren will. Die Einleitung ist wie bei einem Krimi, der anfängt mit „Was zuvor geschah“.« (Azubi, Bochum)

»Ich habe bei der Produktion des Buches geholfen und gleich angefangen zu lesen. Der Antikommunismus ist ein großes Thema, aber selbst in der Krise. Das zu verstehen, ist die Voraussetzung, damit ich selbst besser damit fertig werden kann(Rebell aus Krefeld)

»Ich habe schon 80 Seiten gelesen. Das Buch ist spannend wie ein Krimi. Und es entwickelt eine treffende, scharfe und restlos überzeugende Polemik.« (Ein Kreisvorsitzender aus dem Ruhrgebiet)

»Das Buch ist restlos überzeugend. Besonders die Auseinandersetzung über den demokratischen Sozialismus war für mich sehr bedeutend. Ich war doch früher selber einmal aus dem SPD-Lager gekommen. Natürlich hatten wir damals eine Kritik daran entwickelt. Aber wie prägnant das hier gebracht wird und zusammengefasst wird, das hat mir noch einmal sehr geholfen.« (Ein MLPD-Mitglied und früherer Anhänger der SPD )

»Die Jugend kämpft um ihre Zukunft und braucht eine Ideologie der Zukunft, den wissenschaftlichen Sozialismus. Es ist ein anspruchsvolles Buch, was ich gerade deshalb jedem Jugendlichen empfehlen würde, zu lesen.«

»Kapitalismuskritik ist weit verbreitet unter meinen Kollegen. Der Antikommunismus ist das Problem! Er verbaut die Perspektive. Das Buch zu lesen, hilft zu verstehen, woher er kommt und gibt eine Hilfe, wie wir damit fertig werden!«

»Wer nicht verzweifeln will über die Zustände im kapitalistischen Gesundheitssystem, sondern eine Perspektive sucht, dem empfehle ich das Buch.«